Hofleben & Karriere
Aufgewachsen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern erlebte ich früh, was Verantwortung, Arbeit und Leistungsbereitschaft bedeuten. Anerkennung war eng mit Leistung verknüpft – ein Muster, das mich lange begleitete und mein Denken prägte.
Ich lernte jedoch schnell, dass es in diesem System selbstverständlich war, zum Erhalt des großen Ganzen beizutragen – und dass jeder Beitrag wertgeschätzt wurde. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als kleines Mädchen selbstgebundene Blumensträuße an die Kundinnen und Kunden unseres Hofladens verkaufte. Nicht, weil ich musste, sondern weil es sich gut anfühlte, Teil dieses lebendigen Miteinanders zu sein.
Dieses frühe Verständnis von Verantwortung und Leistung nahm ich mit in meine weitere Laufbahn: erst die Lehre zur Bankkauffrau, dann mein BWL-Studium, anschließend der Master in Finance und später verantwortungsvolle Rollen im Bereich ESG & Investor Relations. Ich bewegte mich in einer Welt, die von Tempo, Erwartungen und Leistungsorientierung geprägt war – und in der persönliche Bedürfnisse oft keinen Platz hatten.
MEIN WENDEPUNKT
Seit der Hälfte meines Lebens begleitet mich eine neurologische Erkrankung, die mir schon mit Anfang 20 sehr deutlich gezeigt hat, wie fragil Leistungsfähigkeit sein kann – damals verlor ich vorübergehend meine Sehkraft.
2014 ergab sich dann durch einen Zufallsbefund die endgültige Diagnose: Multiple Sklerose.
Was auf den ersten Blick wie ein Einschnitt wirkte, wurde zu einem entscheidenden Wendepunkt. Die Erkrankung hat meinen Blick auf mich selbst und meinen Lebensstil grundlegend verändert. Sie hat mir gezeigt, wie essenziell innere Stabilität, klare Grenzen und selbstfürsorgliche Entscheidungen für ein erfülltes und leistungsfähiges Leben sind.
Heute betrachtet, war dieser Moment nicht nur ein Bruch – sondern ein Beginn. Ein Beginn von bewusstem Leben, Selbstverantwortung und echter Lebenslust.
PURE LEBENSLUST
Dass ich heute meiner Berufung nachgehen darf, erfüllt mich täglich mit Dankbarkeit. Lebenslust entsteht dort, wo Raum für Authentizität, Freiheit und bewusste Entscheidungen entsteht – und genau diesen Raum habe ich mir bewusst geschaffen. Selbstfürsorge ist für mich kein Rückzug und kein Luxus, sondern ein täglicher Begleiter. Sie hilft mir, meine Energie gezielt einzusetzen, Grenzen zu erkennen und meine innere Stabilität zu bewahren – auch in herausfordernden Momenten. Aus dieser Kraft heraus kann ich Menschen begleiten, ohne selbst auszubrennen. Genau diese Form von Energie, Klarheit und Lebenslust möchte ich weitergeben.
AUS ERFAHRUNG WEISS ICH, VERÄNDERUNG BEGINNT IM KOPF
Ich arbeite selbstständig, reise leidenschaftlich gern, treibe Sport und lebe heute zwischen Deutschland und Österreich – zwei Orte, die für mich Heimat und Lebensmittelpunkt zugleich sind.
Was ich auf meinem Weg gelernt habe:
Auch wenn äußere Umstände unveränderbar scheinen, bleibt unser Umgang damit formbar. Jede Herausforderung trägt ein Stück Entwicklungspotenzial in sich.
Seit vielen Jahren engagiere ich mich zudem für die Sichtbarkeit des Themas MS: zunächst über die DMSG in Hamburg und heute mit meiner MS- Miteinander Stark-Community in Österreich – online und durch persönliche Begegnungen.
Diesen Spirit, meine Erfahrungen und die vielen positiven Impulse gebe ich weiter – durch mein Engagement, durch Austausch und durch mein Trainingskonzept der angewandten Selbstfürsorge.
Aus jeder schwierigen Situation erwächst Kraft – oft öffnen gerade diese Momente Wege, die uns zu unseren größten Wegweisern führen.